Nachgefragt bei Reiner Hoffmann: Warum bleibt die Energiewende wichtig?

Shownotes

In dieser Podcast-Folge diskutiert Reiner Hoffmann, ehemaliger DGB-Vorsitzender und heutiges Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung, die Herausforderungen der Energiewende. Er erläutert die Arbeit des Rates, der die Bundesregierung bei der Umsetzung ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Ziele berät. Hoffmann kritisiert die aktuelle politische Verunsicherung und mahnt zu mehr Planungssicherheit, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gegenüber internationalen Akteuren zu erhalten. Er plädiert leidenschaftlich dafür, den Übergang zu erneuerbaren Energien als großes Zukunftsprojekt zu begreifen, das ökologische Rücksichtnahme mit wirtschaftlichem Erfolg verbindet.

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:00: Irgendwas mit Energie, der EnerGate Podcast.

00:00:04: Wir sprechen mit den Menschen hinter der Energiewende.

00:00:10: Herzlich willkommen zu einer weiteren Sonderfolge des EnerGates Podcasts im Rahmen der Berliner Energietage!

00:00:17: Mein Name ist Christian Seelos und ich freue mich auch in dieser Folge wieder den Veranstalter der Berlinenergie-Tage Jürgen Pöschk bei mir an der Seite zu haben.

00:00:25: Hallo Jürg,

00:00:25: hallo Chris freut mich auch

00:00:27: Und gemeinsam freuen wir uns sehr, dass wir Rainer Hoffmann hier zu Gast im Podcast haben.

00:00:32: Rainer Hofmann ist ehemaliger DGB-Vorsitzender jetzt Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung.

00:00:41: Herr Hoffmann erst mal herzlich willkommen!

00:00:43: Ganz herzlichen Dank für die Einladung.

00:00:44: Lassen Sie uns doch so einsteigen das sie unseren Hörern und Höreren, die das vielleicht nicht so genau auf dem Schirm haben erstmal kurz erläutern.

00:00:53: was macht der Rat?

00:00:55: für nachhaltige Entwicklung eigentlich.

00:00:57: Der Rat für Nachhaltigendwicklung wird dieses Jahr, twenty-fünf Jahre jung wurde zwei tausend eins eingerichtet von der damaligen Rotgrünen Bundesregierung mit Gerhard Schröder und Joschka Fischer.

00:01:14: Und es war damals die Anforderung und das hat sich wenig geändert dass in allen Fragen der Nachhaltigkeit Dieser Rat, der sich aus fünfzehn Mitgliedern zusammensetzt, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen.

00:01:32: Aus der Wirtschaft, aus Umweltverbänden, aus den Gewerkschaften... ...aus der Wissenschaft!

00:01:38: Die Bundesregierung abrät und auch

00:01:41: die

00:01:41: öffentliche Debatte über nachhaltige Entwicklung stimulieren soll.

00:01:46: Und jetzt ist in der Tat die Nachhaltigkeit ein bisschen ins Hintertreffen geraten.

00:01:52: Das is' auch bergiger Begriff, worüber reden wir eigentlich?

00:01:57: und das knüpft an unter anderem an den siebzehn Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen die sozusagen international oder weltweit versuchen unseren unserer Gesellschaft unsere Wirtschaft aber auch unserem Planeten so zu entwickeln zu gestalten dass wir mit dem Naturverbrauch vorsichtiger umgehen, also nicht mehr verbrauchen als wie dieser Planet denn letztendlich auch wieder sich regenerieren erneuern kann.

00:02:34: Dass wir das Klima schützen – wir alle wissen die planetaren Grenzen sind durch menschliches Handeln fast erreicht wenn wir das Pariser Klimaabkommen und die Zielsetzung die Erderwärmung auf ein bis zwei Grad einlösen wollen, dass wir zukünftig nachhaltiger Wirtschaft und Leben müssen.

00:02:59: Und mein besonderer Zugang ist das mir nicht nur aus der Perspektive der Umwelt, der Ökologie betrachten sondern Nachhaltigkeit hat immer drei Säulen Wir müssen wirtschaftlich erfolgreich sein Es muss aber auch sozial gerecht zugehen und wir müssen unsere Umwelt schützen.

00:03:22: Und das sind die drei Parameter, an denen wir Nachhaltigkeit in allen Politikbereichen versuchen zu verankern und immer der Frage nachzugehen wird dem Ziel der Nachhaltigkeit in dem was wir machen politisch aber auch ökonomisch wird das Leben gerecht?

00:03:40: Es gibt ja eine ganze Menge Rede Wirtschaftsweise Umwelt.

00:03:48: Haben Sie einen speziellen Erfolgsfall, wo Sie sagen können, das hat unser Rad durchgesetzt.

00:03:53: Da haben wir einen wichtigen Impuls gegeben in den letzten Jahren?

00:03:56: Ja, wir haben in den vergangenen Jahren einige ganz erfolgreiche Beratungen organisiert als aber auch Projekte durchgeführt.

00:04:05: Beispielsweise ein Produkt des Rats für nachhaltige Entwicklung der letzten Jahre war der sogenannte DNK, der Deutsche Nachhaltigkeits-Codex.

00:04:13: Wir wissen, die Unternehmen sind verpflichtet zukünftig ihre nachhaltigen Geschäftsstrategien offen zu legen darüber zu berichten.

00:04:23: Das basiert weitestgehend auf europäischen Rechtsvorgaben und da war häufig die Kritik dass das alle sehr bürokratische Verfahren sind und die Unternehmen ständig Daten sammeln müssen und das alles nur eine Belastung ist.

00:04:39: und gerade für kleinere und mittlere Unternehmen.

00:04:41: Und da haben wir gesagt, na ja also das kann man auch vereinfachen dass wir einen Codex zur Verfügung stellen.

00:04:47: Gerade für kleinare und mittlerer Unternehmen die nicht zwingend berichtspflichtig sind weil die Berichtspflichtigkeit denn erst ab einem bestimmten Umsatz oder einer bestimmten Unternehmensgröße bezogen auf die dort arbeitenden Menschen erfolgt Und dass wir diese unterschiedlichen Berichtspflichten zusammenführen und eine Checkliste geben, wenn das vereinfacht zu sagen an denen sich die Unternehmen orientieren und dann ihre Berichte verfassen können.

00:05:15: Und wichtig ist dabei, wenn wir mal festzustellen, dass es eben nicht nur im Berichtslichten geht.

00:05:20: Das Ganze hat ja das Ziel, dass die Unternehmen auch ein Stück weit eine Sensibilität entwickeln was sie tun können um den Kriterien des nachhaltigen Wirtschafts gerecht zu werden und am Ende damit auch erfolgreicher sein werden weil nachhaltiges Wirtschaften heißt beispielsweise Ressourcen schonen energieeffizient zu arbeiten.

00:05:45: Und das sind alles Elemente, Aspekte die uns unsere Wirtschaft aber auch die Unternehmen langfristig erfolgreicher machen.

00:05:55: und dieser deutsche Nachhaltigkeits-Codex ist sehr gut angenommen.

00:06:01: er wird jetzt gerade sozusagen weiterentwickelt und ist digital zugänglich und wir sind mittlerweile über tausend achthundert Unternehmen die damit arbeiten.

00:06:11: das ist ein schöner Erfolg.

00:06:13: Wir werden ja gleich noch aufs Thema Wärme planen und kommen.

00:06:16: zu diesem Thema sind wir auch die Energie Tage hier nach Berlin eingeladen worden.

00:06:19: Aber holen Sie uns vielleicht nochmal kurz ab bei der generellen Zugangsthematik zum Thema Energie, die da Rat für Nachhalt hier entwickeln hat?

00:06:29: Also

00:06:30: unsere Gesellschaft, unser Wirtschaftsmodell basiert natürlich seit hundertfünfzig zweihundert Jahren auf fossilen Energieträgern.

00:06:42: Wir haben eine industrielle Revolution, da kann man sich heute gar nicht mehr so richtig vorstellen.

00:06:46: Ich war gerade am Wochenende in den Recklinghausen.

00:06:48: Ruhrverspiele ist einmal im Jahr dritter Mai ein wunderbares Ereignis das immer daran erinnert dass dieses Ruhrgebiet eines der Quellen für Reichtum in Deutschland war weil damals wurde auf der Basis von Kohle in Deutschland Energie gewonnen, daraus wurden Stahlunternehmen oder Stahlwerke sind daraus entstanden.

00:07:12: Alles unter doch ziemlich schwierigen Bedingungen.

00:07:17: damals noch nicht in dem Bewusstsein dass das CO-II imitiert in eine Maße was unseren Planeten ein bisschen in Unwucht bringt und wir haben jetzt erkannt dass wir dieses Wirtschaften nicht mehr auf der Basis von fossilen Energieträgern, Ölkohle erfolgreich weiter betreiben können wenn wir nicht den Kollaps unseres Planeten Erde in Kauf nehmen wollen sondern haben jetzt das gigantische Vorhaben vor uns umzustellen.

00:07:51: Auf erneuerbare Energien.

00:07:54: und da sage ich natürlich als alter Gewerkschafter Wir wollen in Deutschland aber auch in Europa Industrieland bleiben Und wenn wir Industrielern bleiben wollen, dann brauchen wir natürlich Energien.

00:08:09: Die Grundstoffindustrie, Chemie, Stahl basieren auf Energie sind sehr energieintensiv.

00:08:18: die Zementindustrie, die Glasindustrie Wir alle wollen diesen industriellen Wohlstand erhalten aber bitte nicht mehr zu Lasten unserer Natur sondern auf der Basis von Erneuerbaren Energien.

00:08:34: Und das dringt durch alle Gesellschaftsbereiche und ist, wie ich finde ein fantastisches

00:08:41: Umbauprojekt!

00:08:43: Viele reden von der Transformation.

00:08:46: Transformationen ist so ein bisschen ein technischer Begriff um.

00:08:49: Menschen wollen nicht einfach transformiert werden da haben viele ganz negative Erfahrungen mit.

00:08:55: aber die Vorstellung dass wir hier was bauen, dass wir unsere Wirtschaft umbauen auf der Grundlage von erneuerbaren Energien.

00:09:05: Ich finde, das ist eine gigantische Aufgabe die sehr viele Perspektiven beinhaltet.

00:09:12: wenn wir es gut hinkriegen und unseren Wirtschaftsstandort und unseren Industriestandort langfristig dann auch sichern wird und damit verbunden auch gute Arbeit Menschen diesen Umbau letztendlich bewerkstelligen, identifizieren sich ja auch mit ihrer Arbeit.

00:09:31: Und wenn Sie wissen das ist mehr als nur Brot erwerben.

00:09:35: natürlich müssen die Löhne stimmen.

00:09:36: deshalb sage ich als Gewerkschafter wir brauchen anständige Tariflöhne für auch Betriebsräte und Mitbestimmung aber das Produkt was wir erstellen dass das so eine tolle Zukunftsperspektive hat da kann ein Schuh draus werden und da engagieren wir uns als Rat für nachhaltige Entwicklung sehr dass dieser Umbau gelingt.

00:09:57: Wir sagen immer auch gerne, wir sind für eine gelingende Nachhaltigkeit gelingend für die Menschen, für die Umwelt und für die jungen Generationen – für sichere zukünftige

00:10:11: Perspektiven.".

00:10:12: Sie sprechen von einem fantastischen Umbauprojekt mit eigener Begeisterung wie wir hören.

00:10:18: aber die Begeistigung im Lande ist in den letzten Jahren so ein Stück weit Abhanden gekommen.

00:10:24: Einerseits in der Industrie, Sie haben das gerade angesprochen.

00:10:28: Wir haben natürlich ein Problem bei der Bezahlbarkeit der Energieversorgung Aber auch bei den normalen Haushalten.

00:10:36: Da war aller Voraussicht nach ja die Diskussion um das Gebäude-Energiegesetz im letzten Jahr Ein gewisser Kipppunkt.

00:10:46: Was muss denn aus Ihrer Sicht passieren?

00:10:49: damit die Diskussion ja wieder positiver gestaltet werden kann.

00:10:52: Ich bin

00:10:53: davon überzeugt, dass wir ganz viele Unternehmen im Lande haben.

00:10:56: Da sind große Konzerne aber auch viele milchständische Unternehmen in Maschinen und Anlagenbau.

00:11:03: Die haben komplett verstanden.

00:11:05: Wir gehen in Zukunft Richtung nachhaltige Entwicklung.

00:11:10: Dabei gibt es natürlich immer auch Zielkonflikte und Partikularinteressen Und was wir auch als Rad immer wieder sagen, ist wir müssen diese Zielkonflikte offenlegen.

00:11:19: Wir müssen sie transparent machen und natürlich gibt es damit verbunden auch Verteilungskonflikte.

00:11:26: Das ist nicht einfach mal eben so ohne Konflikte zu bewerkstelligen aber die Frage ist doch wie gehen wir mit den Konflikten um?

00:11:34: Und im letzten Jahr mit dem Gebäudeenergiegesetz, was Volksmund dann als das Heizungsgesetz, der Heizungshammer diskreditiert wurde.

00:11:46: Da ist einiges in der Tat schief gelaufen ja?

00:11:49: Das muss man einfach sagen weil die soziale Dimension dieser Energiewende muss immer am Anfang mitgedacht werden und man muss den Menschen am Anfang Sicherheit geben Perspektiven geben dass wir das im Blick haben.

00:12:04: und es ist doch leider die traurige Realität, dass die Menschen mit kleinen mittleren Einkommen in der Regel in solchen Stadtteilen wohnen, wo wir die höchsten Umweltbelastungen haben.

00:12:16: Die in Mietz-Häusern wohnend mit der geringsten energetischen Gebäudeverfassung die nicht die Kosten haben oder nicht die Einkommen haben, um beispielsweise eine Wärmepumpe zu installieren und viel viele Dinge mehr.

00:12:36: Und wenn ich das mit meinen Überlegungen an den Anfang stelle und dafür auch Lösungen anbiete – und natürlich immer wieder auch deutlich mache es geht um Verteilungskonflikte – weil die Menschen Fußabdruck, weil sie und die geringsten Spielräume sind aber gemessen an ihrem Einkommen bei zweieinhalb tausend drei Tausend Euro im Monat am stärksten betroffen.

00:13:09: Und können es einfach nicht stemmen.

00:13:12: Diejenigen mit hohen Einkommen, die mit den SUVs und dreimal im Jahr mit dem Flieger wo immer auch hin haben.

00:13:21: eine ganz andere Relation trifft es nicht so sehr, wenn die CO-Preise jetzt steigen.

00:13:28: Wir haben eine Debatte über das sogenannte ETS System, European Trading System.

00:13:36: Das ist dem Menschen auch schon viel zu abstrakt und wenn sie jetzt immer nur Sorgen haben, Angst haben da steigen die Kosten ins Unendliche Und ich kann mir ein Elektroauto, weil es noch viel teurer ist nicht leisten.

00:13:50: Ich habe keine Sicherheit dass die Infrastruktur so aufgebaut ist wie eine normale Tankstelle sich jederzeit denn auch meine Batterie wieder aufladen kann.

00:14:00: das verunsichert.

00:14:01: und dann haben wir leider auch die Erfahrung in Deutschland in vielen anderen europäischen Ländern dass es ein enormes Verhetzungspotenzial bietet für Die Parteien, die keine Veränderung wollen sondern die in den Rückspiegel gucken back to the future und daraus politisches Kapital schlagen.

00:14:22: Und dann wird daraus auch ein Problem für unsere demokratische Verfasstheit.

00:14:29: Das heißt ich muss zwingend dem Menschen auch mit kleinem geringen Einkommen immer zum Ausgangspunkt von Überlegungen zu machen.

00:14:37: wie kann uns das gelingen?

00:14:39: Können

00:14:39: Sie das konkretisieren in Bezug auf die Diskussion um die kommunale Wärmeplanung?

00:14:44: Weil meine Befristung war lange Zeit, dass das was mit dem sogenannten Heizungsgesetz passiert ist sich auf kommunaler Ebene natürlich hervorragend wiederholen lässt.

00:14:54: Wenn man ja über zehntausend Kommunen der Aufgabe der konkreten Ausgestaltung auch noch mit Konsequenzen versehen, ohne ihnen das Rüstzeug zu geben.

00:15:07: Absolut!

00:15:08: Aber haben Sie da etwas sich des Rates eine Strategie entwickelt?

00:15:12: Ja natürlich.

00:15:13: wir sagen gerade was diesen Umbau betrifft dass was wir jetzt mit einer kommunalen Wärmeplanung erleben, dass die Menschen eine klare Orientierung bekommen Sicherheit bekommen sowohl als Mieter, als aber auch als Eigentümer einer Eigentumswohnung oder eines Reihenhauses.

00:15:34: Was da passiert ist Planungssicherheit auch für mich dass ich ein ganz klares Angebot bekomme.

00:15:42: gibt es zentrale Lösungen über Fern- und Nahwärme an denen nicht angeschlossen werden kann oder brauche ich dezentrale Lösungs wie beispielsweise eine Wärmepumpe?

00:15:54: wird dieses anstückweit sozial flankiert, wenn ich ein Einkommen habe das nicht ausreicht um diese Investition alleine zu stemmen.

00:16:04: Und bei den Mietern sagen wir Wenn die Vermieter meinen dazu dadurch dass Zug missbrauchen in der gewissen Weise dass daraus weitere Mieterhöhungen entstehen Die leider in vielen Städten Deutschlands heute schon so exorbitant hoch sind die Wohnungsfragen mit einer der sozialen Fragen schlechthin ist und über die Wärmewende jetzt sozusagen nochmal Belastungen auf den Menschen zukommen, machen wir nicht mit.

00:16:33: Also sagen wir beispielsweise... Wir brauchen sowas wie Warmieten-Neutralität.

00:16:39: Warmietenneutralität hört sich sehr technisch an aber bedeutet doch auch wenn ich dann über erneuerbare Energien zukünftig mal eine Wärmesicherstelle erneuherbarer Energien werden Langfristig deutlich günstiger.

00:16:52: und was wir wissen ist aufgrund der CO-Zweibepreisung, dass fossile Energieträger auf jeden Fall teurer werden.

00:17:00: Direkt

00:17:00: eingehakt weil das ist eine spannende Diskussion die Chris viel besser kennt als ich war.

00:17:05: Mietenneutralität ist natürlich bislang auch schnell diskreditiert worden als Hemmschul für energetische Modernisierungsfragen eben Erzeugungsbereich sag ich mal.

00:17:16: Und jetzt stehen wir vor der Diskussion, das wird alles kosten die Transformationen?

00:17:21: Die Kosten müssen irgendwo bleiben und wenn man jetzt sie war mit Neutralität so definiert wie bislang dann werden wir weiterhin mit der Transformation weiß Gott nicht so schnell vorankommen wie bisher.

00:17:34: Das würde zu dir vielleicht noch ein bisschen ergänzen was sich hier so ansatzweise gesagt hat.

00:17:39: Es leitzt es ja einfach die Frage daraus ab.

00:17:41: Sehen Sie diese Gefahr auch, weil wir haben natürlich zwei Stellhebel.

00:17:45: Einerseits um die Wärmewende voranzubringen geht es um einen Technologieaustausch aber wir dürfen die Gebäudehülle nicht vergessen.

00:17:54: Mein Eindruck ist durchaus das passiert in der Energiebranche schon irgendwie ein Stück weit dass die Gebäusnhülle vergessen wird.

00:18:02: Auch das hat Diskreditierungspotenzial.

00:18:05: über die Gebiete Dämmung wurde schon viel gesprochen und nicht nur Positives.

00:18:10: Sehen Sie da eine Gefahr, dass dieses Zusammenspiel, das wir schon wieder irgendwo an so einer Art Kipppunkt sind?

00:18:16: Ja natürlich ist

00:18:16: das Risiko da.

00:18:18: Überhaupt gar keine Frage und wir haben hier immer noch keine Antwort darauf wie beispielsweise die steigende CO-Zweibepreisung bei den Menschen mit geringen mittleren Einkommen, wie da die Entnastung sichergestellt werden soll wird das was der Staat an mehr Einnahmen hat über den CO²-Preis, der perspektivisch steigend wird aufgrund des sogenannten ETSsystems.

00:18:38: Wird dieses zurückgegeben an die Bürgerinnen und Bürger und zwar nicht mit der Gießkanne sondern an diejenigen mit geringen mittleren Einkommen?

00:18:48: da kann man denn darüber reden wie wir dieses geringe mittlere Einkommen definieren?

00:18:52: das ist ein politischer Prozess.

00:18:54: muss man sich dann verständigen?

00:18:56: und gibt es dann Ausgleich so dass am Ende des Tages uns ganz gut geht um die Akzeptanz zu fördern die Menschen mit den geringeren Einkommen am Ende des Tages noch dreißig auch mehr im Monat haben und dadurch einen kleinen zusätzlichen Einkommensgewinn erzielen.

00:19:12: Und die, die sich leisten können, kriegen aber keine Rückvergütung sondern da wird ein Teil – das ist ja die Frage der Verteilung – ein Teil der Gewinne für den Staat über die CO-Zweibepreisung eben genutzt weitere Umbaumaßnahmen in der Daseinsvorsorge, im Ausbau beispielsweise von Ladeinfrastruktur für E-Mobilität.

00:19:44: Die Investitionsbedarfe in unserer Gesellschaft und die öffentliche Daseinvorsorge sind ja gigantisch!

00:19:53: Und da könnte man ein klug angelegtes Konzept der CO-Zweibepreisung mit den Elementen Rückverteilung an die mittleren untere Einkommen und Stärkung öffentlicher Investition in die Daseinsvorsorge miteinander verbinden.

00:20:14: Und wenn ich das auch noch klug den menschen Versuche dann auch kommunikativ näher zu bringen, kann da wirklich eine Win-win Situation daraus entstehen.

00:20:24: Und Menschen glaube ich haben ja grundsätzlich, das haben viele, viele Umfragen immer wieder gezeigt.

00:20:30: Eine hohe Sensibilität

00:20:31: a.)

00:20:32: dass wir gegen den Klimawandel was tun müssen, dass wir handeln müssen.

00:20:37: aber sie haben natürlich eben auch eine feine Sensibilitet.

00:20:42: geht das dabei gerecht zu?

00:20:45: und diese Gerechtigkeitsfrage?

00:20:47: müssen wir immer mit Bedenken darauf Antworten geben.

00:20:52: Dann wird die Zustimmung der Menschen deutlich größer sein und wir kommen aus diesem Kulturkampf raus, den die Politik zum Teil auch mit verurteilt hat.

00:21:03: Ich nenne nur... Das fing an mit dem sogenannten harbergschem Heizungshammer, was dann die Medien oder ein großer Teil der Springerpresse instrumentalisiert hat und verunglimpft hat.

00:21:15: Und die Menschen auch verunsichert hat!

00:21:18: Oder wenn ich jetzt in den Koalitionsvertrag reinkomme wir schaffen das Gebäude-Energiegesetz ab.

00:21:25: Na ja das machen sie doch gerade gar nicht.

00:21:26: also Sie justieren es nach.

00:21:29: aber da findet sozusagen dieser Kulturkampf schon im Koalrationsvertrag Und da wehr ich mich gegen.

00:21:36: Da sage ich ein bisschen mehr Sachlichkeit, bisschen mehr Aufklärung und bisschen mehr Empathie und ein bisschen zuversicht dass wir auch zur Sicherung und Stärkung unserer Demokratie nach vorne gehen müssen und Konflikte klar benennen aber auch immer gucken ringen um gute Lösungen, die bei Menschen auf Akzeptanz stoßen.

00:21:57: Vielleicht darf ich da nochmal einhaken mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz.

00:22:04: Es soll ein neues Gesetz sein es hat einen anderen Namen als vorher geht die Regierung ja doch immerhin an zwei Stellen vielleicht ein Weg den sie gerade beschrieben hat einerseits gibt es mehr Wahlfreiheit weil jetzt eben noch unter bestimmten Voraussetzungen der Einbau einer Gasheizung möglich ist und andererseits gibt es eine Kostenverteilung.

00:22:26: Sie haben von einer sozial orientierten Kostenverteilung gesprochen, soweit man bisher in die Papiere schauen kann, ist das jetzt noch nicht sozial ausgerichtet aber es ist eine heftige Aufteilung so dass auch Gebäudeigentümer, die jetzt in einer gewissen Weise auch ins Risiko gehen und sagen wir investieren erneut in eine Gasheizung wissen nicht genau wo die Kosten sind, weil wir den Biometharenanteil preislich noch nicht abschätzen können.

00:22:51: Weil wir ja auch wieder in einer neuen Energiekrise sind, vor allem in eine Energiepreiskrise durch den Iran-Krieg hervorgerufen.

00:23:00: und sehen Sie das diese beiden Wege helfen oder sind sie erhinderlich?

00:23:05: Also ich befürchte ... Das Gesetz ist ja noch nicht... Wir haben die Eckpunkte und wir wissen einiges aber noch lange nicht alles.

00:23:14: Selbst wenn im Kabinett ein Gesetzesentwurf verabschiedet wird, wissen wir noch nicht wie er dann aus dem Bundestag und das Parlament damit umgeht.

00:23:23: Aber was wir gegenwärtig sehen ist Gefahren geneigt – aus meiner Sicht!

00:23:30: Weil Biometharen als alternativen Brennstoff zu nutzen, wie Sie sagen, wissen überhaupt nicht.

00:23:36: A. haben wir überhaupt ausreichende Menge, B brauchen wir ihnen nicht für andere Zwecke industrieller Nutzung und nicht nur für Wärmeerzeugungen und Konsum.

00:23:47: Und wie ist die Preisentwicklung?

00:23:49: Das ist ein Risiko!

00:23:53: Und es führt dazu was wir als Rat immer empfohlen haben Wir brauchen Planungssicherheit und hier wird die Planungssicherheit wieder genommen und das ist ein Hindernis.

00:24:05: und es hat nichts mit Technologieoffenheit zu tun, aber wir müssen noch ganz klar sagen Gas ist eine Technologie von gestern.

00:24:13: Wir werden sie im gewissen Maße brauchen ja das ist überhaupt gar nicht strittig.

00:24:19: Aber ob wir sie für Wärme brauchen oder Für andere industrielle Zwecke Insbesondere im Hinblick auf die preisliche Entwicklung über den ETS, also über die CO-Zweibepreisung.

00:24:34: Da wäre ich doch dafür gewesen dass man hier bei einer klaren Konturierung bleibt, die im Gebäudeenergiegesetz festgelegt war mit dieser sixty fünf Prozentquote was die Gasheizungen betrifft und wir doch jetzt wieder diesen Wahnsinn erleben.

00:24:54: zum dreißigsten sechsten sollte das Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet sein weil Das Gebäude-Energiegesetz, was es ersetzen soll tritt zum ersten Siebten in Kraft.

00:25:06: Und das ist eine absolute Verunsicherung.

00:25:07: und was macht das Kabinett?

00:25:09: In den letzten Tagen verlängert das Ganze nochmal um sechs Monate bis Ende des Jahres und die Menschen bleiben weiterhin mehr oder weniger im Dunkeln.

00:25:20: Das halte ich für keine kluge Politik.

00:25:23: Ist die Politik an dem Punkt eigentlich primär Sachpolitik oder Machtpolitik stichwort Berücksichtung der Landtagswahlen und ähnliches.

00:25:33: Das ist immer natürlich ein Stück weit auch Machtpolitik, das geht immer um Mehrheiten es geht aber auch um Interessen Und es geht um Partikulare Interessen und Es geht um Machtressourcen.

00:25:46: wer setzt sich wie durch Gegenüber Parteien gegenüber Regierungen gegenüber Koalitionen?

00:25:55: und da brauchen wir immer einen klugen Ausgleich.

00:25:58: Aber der sollte nach Möglichkeit auf Grundlage rationaler Vernunft und zur Kenntnisnahme der Erkenntnisse gestützt sein, die uns vorliegen.

00:26:11: Und was glaube ich vorlicht?

00:26:14: Und wo es grundsätzlich keinen Dissens gibt auch wenn man meint, man müsse das jetzt hier nochmal um ein paar Jahre verlängern ist dass wir aus Gas oder genauso wie aus Kohle aussteigen werden.

00:26:29: Als Ökonom sage ich klug beraten, wenn wir weiter beschleunigen gerade von dem von Ihnen angesprochenen geopolitischen tektonischen Verschiebungen die wir gegenwärtig erleben und den damit einen hergehenden geoeconomischen Veränderung und Interessenslagen.

00:26:49: Warum?

00:26:50: Zum Teufel brauchen wir Fracking-Gas aus den Vereinigten Staaten.

00:26:54: Das ist viel zu teuer und hat überhaupt gar keine Perspektive, um warum muss ich Kraftwerkskapazitäten über die Maßen hinaufbauen, die wir auf absehbare Zeit nicht brauchen?

00:27:06: Natürlich brauchen wir sie im gewissen Umfang aber doch nicht in dem was da gerade gegenwärtig diskutiert wird!

00:27:12: Und das wird ein Wettbewerbsnachteil für uns sein weil wenn wir da wirklich zügig vorangehen Da kann ich nur empfehlen, schaut euch das in China an.

00:27:22: Und ich bin nun überhaupt gar kein Freund dieser politischen Verfasstheit dieses ökonomisch potenten Wettbewerbersystemgegners wie immer man ihn nennt.

00:27:36: aber die machen es verdammt klug und wir fallen weiter zurück.

00:27:41: Wir haben es erledigt!

00:27:43: In der Solarindustrie.

00:27:46: Diese Industrie ist komplett aus Deutschland verschwunden.

00:27:49: Wir haben sie aufgebaut, wir haben sie entwickelt!

00:27:51: Wir erleben es in anderen Technologiefeldern.

00:27:53: bei der E-Mobilität sind die Chinesen auf der Überholspur und wir fahren im Rückspiegel hinterher.

00:28:00: das kann nicht gut gehen.

00:28:01: deshalb sage ich durchaus ambitioniert auch mit ein bisschen Mut voranschreiten und den Fahrt den wir eingeschlagen haben klug beibehalten um als First Mover auch als Unternehmen, die wir ja im internationalen Wettbewerb stehen langfristig Wett bewerbsfähigkeit zu behalten oder in Teilen sie auch zurückzugewinnen.

00:28:27: Jürgen

00:28:27: ich denke damit sind wir am Ende der heutigen Folge angekommen und wir haben einige sehr klare Botschaften vernommen.

00:28:33: Ja ich hoffe mir eine ganz herzlichen Dank.

00:28:36: Sie haben sehr wichtige Positionen in sehr wichtigen Themenfeldern von sich gegeben die wir jetzt hinter die Leute tragen werden.

00:28:44: Das freut mich sehr, weil ich glaube, wir haben alle ein gemeinsames Interesse und wir sind verliebt in der gelingenden Transformation, in der gelingen Nachhaltigkeit.

00:28:52: dabei ist das Energiethema, die Energiewende.

00:28:54: Ah, es ist ja ganz, ganz zentraler Thema!

00:28:57: Und ich habe eine große Zuversicht auf den Long Run, wenn wir es wuppen und erfolgreich nach vorne schauen können.

00:29:04: Herzlichen Dank!

00:29:12: Tägliche Infos zur Energiewende liefern wir auf www.energate-messenger.de.

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