News-Update vom 22. Mai 2026: Neue Ideen zum Offshore-Ausbau und die Highlights des energate-Forums

Shownotes

Die Ölmultis BP und Total haben sich vor Jahren für Milliardenbeträge deutsche Offshore-Windflächen gesichert. Doch gebaut wurde dort bislang nichts. Die Konzerne zögern - und jetzt stellt sich die Frage: Was passiert mit den blockierten Flächen? Michael Hahn berichtet in der aktuellen Folge über einen neuen Vorschlag des Bundesverbands der Offshore-Windbranche.

Außerdem blicken wir zurück auf das energate-Forum „Industry meets Energy“. Eine zentrale Erkenntnis: Industrie und Energiewirtschaft können die aktuellen Herausforderungen nur gemeinsam lösen - und an Ideen dafür mangelt es der Branche nicht.

Michael Hahn feiert in der aktuellen Folge seine Podcast-Premiere - und wer genau hinhört, entdeckt zwischendurch vielleicht auch unsere Bürohündin Ronja.

Diskussion über Rückgabe von Offshore-Flächen

Juristen: Gebäudemodernisierungsgesetz verfassungswidrig

Der steinige Pfad der Industriedekarbonisierung

Alle Artikel zum energate-Forum

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:00: Irgendwas mit Energie, der Energate Podcast.

00:00:04: Wir sprechen mit den Menschen hinter der Energiewende.

00:00:10: Herzlich willkommen zum News Update von Energate!

00:00:13: Mein Name ist Christian Seelons und bei mir sind heute Michael Hahn und Ruben Badgarluja zwei.

00:00:20: Hallo

00:00:21: Ja diese Woche war das EnerGate Forum in Essen, oben da waren wir zwei beide.

00:00:26: Wir waren ganz gut beschäftigt mit Moderationen Vorbereitungen und sonstigen.

00:00:31: daher ist es ganz hervorragend dass der Michael heute zu uns gekommen ist denn du hast mit den Kolleginnen und Kollegen des Tagesgeschäfts mit im Blick gehalten.

00:00:40: und nicht nur das Du warst selbst auch unterwegs.

00:00:44: Jahreskonferenz der deutschen Offshore-Windindustrie.

00:00:49: Zukunft Offshore heißt sie und da ist durchaus ein recht brisantes Thema zur Sprache gekommen, es geht um Windflächen die in der Vergangenheit bezuschlagt worden sind aber bisher noch nicht entwickelt worden sind.

00:01:02: das gibt auch bestimmte Fristen die umzusetzen sind Und das drückt der Branche ganz schön auf die Stimmung Nicht nur der Brange auch den Netzbetreibern.

00:01:12: hol uns doch mal ab Worum geht es bei dem Thema?

00:01:15: Genau, also die Veranstaltung wird ausgetragen vom Bundesverband WindEnergie Offshore.

00:01:19: Das ist sozusagen die Branchenstimme oder die Lobbystimme hier in Berlin für die WindOffshore-Branche und sie haben dort ein Papier vorgestellt oder ein Konzept vorgestellt was mit diesen Flächen passieren kann, die eben nicht bezuschlagt sind aber noch nicht bebaut sind und der BVO fordert also dass diese Flächen möglichst unkompliziert zurückgegeben werden können Falls die erfolgreichen Bieter nicht bauen wollen.

00:01:45: und das Bietern nicht bauen wollen, dafür gibt es verschiedene Hintergründe.

00:01:49: Das fängt schon damit an, dass die Zuschläge im Jahr ist in den Jahren hierher erteilt wurden und die Parks aber erst ins Netz gehen müssen.

00:01:58: D.h.,

00:01:59: dazwischen liegen Sieben Jahre oder teilweise über sieben Jahre.

00:02:03: In dieser Zeit kann so viel passieren, dass sich Unternehmen vielleicht andere wirtschaftliche Erwägungen zu Grunde legen oder damals so eine Grunde gelegt haben, die dann nicht mehr getreffend würden?

00:02:14: Du sagst schon es geht vor allem um Flächen.

00:02:17: Die zwanzig-dreiundzwanzig bezuschlagt worden sind... Wie viele Flächen sind das?

00:02:23: So grob wo liegen sie und wer sind die Akteure, die da jetzt davon betroffen sind?

00:02:28: Genau als es geht um Fläche zwischen zwei tausend dreinzwanziger und zweitausendfünfundzwanzige Bezuschlag wurden Insgesamt vierzehn Flächen, die da betroffen wären und siebzehn, acht Gigawatt.

00:02:39: Also das ist eine ziemlich ordentliche Zahl.

00:02:42: Und also für sechzehn gigawatt davon gibt es noch keine Investitionsentscheidung.

00:02:47: und so vergleich bisher sind knapp zehn Gigawatt installiert in Nord- und Ostsee, also das ist nochmal mehr als das doppelte.

00:02:54: Das

00:02:54: ist auf jeden Fall eine ganze Menge, wenn man das mal umrechnet auf so einer Kategorie Kernkraftwerke.

00:03:01: Drei haben wir abgeschaltet zuletzt und es gibt eine Riesendiskussion darüber, dass wäre jetzt vergleichbar mit der Leistung auch wenn die nicht ganz so durchgängig produzieren von sechzehn Kernkraftwerten.

00:03:09: Also jede Menge Strom, der aus diesen Anlagen irgendwann einmal rauskommen soll.

00:03:13: Ganz genau!

00:03:15: Vor allen Dingen zwei Konzerne stehen dabei im Mittelpunkt.

00:03:17: Das war in den Jahr zwanzig haben total Energies und BP Milliarden auf dem Tisch gelegt, um diese Zuschläge zu kriegen.

00:03:25: Das waren insgesamt zwölf Komma sechs Milliarden.

00:03:28: Das ist auch der Einstieg für die beiden Konzernen in den deutschen Windenergiemarkt.

00:03:33: Und das hat auch für einiges Aufsehen gesorgt dieses Verfahren und hat damals auch schon Branchenstimmen hervorgerufen, die gesagt haben, dass es zu viel Geld.

00:03:43: Was passiert eigentlich wirklich mit diesen Projekten?

00:03:45: Also ich glaube, ich erinnere mich noch gut daran.

00:03:47: Du hast gesagt das war ein Aufräger und genauso habe ich es damals auch wahrgenommen.

00:03:52: A du hast es gesagt BP und total eigentlich Mineralölkonzerne sind damals mit wehenden Fahnen in den Offshore Windmarkt eingestiegen in Deutschland Und haben damit auch die ist einmal die platzhirische verdrängt, die natürlich auch alle geboten hatten.

00:04:10: Und sie haben die verdrängt, indem Sie dann offenbar Gebote abgegeben haben.

00:04:14: Das war ja ein Geburtsverfahren.

00:04:16: damals waren ja diese Nullcent-Gebote häufig der Fall.

00:04:20: das heißt die Betreiber dieser Windparks oder die Projektentwickler wollten gar keine Fördergelder mehr haben sondern die haben gesagt wir geben sogar noch Geld um diesen Zuschlag zu bekommen und dass es gesagt zwölf Milliarden und Schnaps oben drauf also richtig viel Asche haben die gezahlt um Windparks bauen zu können.

00:04:39: und damals haben einige Wettbewerber hinter vorgehaltene Hand gesagt.

00:04:43: Ui, das ist aber viel Geld, dass die da in die Hand nehmen!

00:04:45: Ist das noch wirtschaftlich was sie machen?

00:04:48: Naja und so bisschen... Das hat nicht jeder kommen sehen, aber es hat sich zumindest bestätigt, dass diese hohen Gebote dann doch ein Stück weit nach hinten los gegangen sind weil unter diesen wirtschaftlichen Gegebenheiten wollen Sie ja offenbar doch nicht diese Windparks entwickeln.

00:05:05: Basis

00:05:06: dieser Ausschreibung ist ja das Wind auf sie Gesetz Michael, was ist denn da bisher vorgesehen?

00:05:12: Genau wenn eben solche Unternehmen mit großen Zahlungen reingehen andere im Wettbewerb verdrängen und dann nicht realisieren also welche Strafen gäbe es denn eigentlich?

00:05:22: genau Das Wind auf Seegesetz sieht erst mal nicht vor, dass ein Zuschlag wieder zurückgegeben werden kann.

00:05:29: Das war auch die Kritik des BVO weshalb der BVO sich dazu genütigt gesehen hat dieses Konzept vorzulegen.

00:05:36: aber das Windaufseegesetzt sieht doch auch Strafzahlungen vor uns bei Verzögerung.

00:05:42: also die Unternehmen müssen erstmal eine Sicherheit hinterlegen für ihre Gebote und die beträgt rund hundert Millionen Euro pro geplantem Gigawatt.

00:05:52: Wenn dann gewisse Fristen nicht eingehalten werden, kann ein Teil oder auch die gesamte Sicherheit dann einbehalten werden beziehungsweise die wird an den zuständigen Netzbetreiber gezahlt.

00:06:04: Und der Gegenvorschlag des BVO ist jetzt im Prinzip... Keine Penale wenn die Unternehmen sagen wir kommen nicht rum, wir geben das Projekt zurück und es geht erneut in die Ausschreibung.

00:06:16: Genau!

00:06:16: Das wäre deren Vorschlag weil sie eben nicht wollen dass es einen Fadenbriss gibt.

00:06:20: Weil wenn erst sozusagen Frist nicht eingehalten werden dann ist schon viel Zeit ins Land gegangen Flächen nicht schnell wieder eine neue Ausschreibung geben.

00:06:29: Deswegen will der BWO, dass die Unternehmen die Projekte freiwillig zurückgeben können und die Flächen dann schnell wieder ausgeschrieben werden können.

00:06:38: Die Unternehmen sollen dann aber nicht noch mal mitbieten dürfen auf diese Flächen Und sie sollen auch ihre Projektdaten also Untersuchungsergebnisse oder was auch immer Sie schon an Projektdarten für diese Fläche erhoben haben An die Behörden abgeben.

00:06:52: und Was dafür finanziell geleistet wurde kriegen sie nicht kriegen sie nicht zurückgezahlt, aber Sie bekommen Ihre Sicherheitsleistung zurück gezahlt.

00:07:01: Wenn wir nochmal einen Schritt dann zurückgehen... Was sind denn die Gründe dafür?

00:07:06: Dass die Unternehmen nicht in die Planungen reinkommen oder sie nicht weiter realisieren.

00:07:14: Du hast von veränderten Rahmenbedingungen gesprochen.

00:07:17: Welche Argumente gibt es tatsächlich?

00:07:19: Welche handfesten Sprechen gegen die Realisierung?

00:07:22: aktuell?

00:07:22: Genau also es gibt da verschiedene Punkte.

00:07:25: das sind einmal Verzögerungen bei den Netzanschlüssen Da gab es in der jüngeren Vergangenheit einige Probleme, vor allen Dingen auch was die Lieferketten angeht.

00:07:34: Also dass das gewisse Bauteile nicht rechtzeitig fertig werden, dass Konverterstationen nicht fertig werden.

00:07:39: Das heißt ich glaube die Netzanschlüsse verzögern sich schon um zwei Jahre.

00:07:42: also sie werden dann im Jahr two-thausend-zweiunddreißig erst fertig und nicht schon zwei-tausend dreißig.

00:07:47: Dann sind die Zinsen gestiegen und generell die Finanzierungskosten aufgrund von verschiedenen geopolitischen Situationen.

00:07:57: Und auch die Stromnachfrage wächst langsamer als ursprünglich angenommen, was ja auch das Bundeswirtschaftsministerium so einschätzt.

00:08:05: Das ist ein spannender Punkt auf dem wir gleich nochmal zurückkommen wenn wir über das EnerGate Forum sprechen.

00:08:11: Du hast aber auch die Rolle der Übertragungsnetzbetreiber angesprochen.

00:08:15: Die gehen natürlich auch in die Planung der Anschlüsse, der Offshore Wind Parks.

00:08:21: Was bedeutet das denn für die?

00:08:23: Wenn diese Projekte jetzt A nicht fristgerecht realisiert werden und B wenn sie neu ausgeschrieben werden dann gibt es ja noch mal eine neue Zeitverzögerung auch wenn die Netzbetreiber selbst auch schon mit ein bisschen Zeit Verzögern daherkommen.

00:08:36: Genau also in dem Fall hat sich vor allen Dingen Tenet besorgt gezeigt.

00:08:40: Die waren auch mit einer Vertreterin bei der Pressekonferenz in Berlin vor Ort Und die hat gesagt, sie wären jetzt schon mit ihrem Unternehmen mit elf Gigawatt in Vorleistung gegangen.

00:08:49: Und schätzungsweise also das ist natürlich nicht fallgemeinbar zahlen die pro zwei Gigawatte Anschlussleistungen acht Milliarden Euro.

00:08:57: Also wir haben da schon richtig Geld investiert und deren Problem ist wenn die den Anschlust fertig haben sollten aber da wird kein Windpark angeschlossen.

00:09:05: Ist es natürlich für die Technik schlecht?

00:09:08: Und auch generell man stellt keine Anlage irgendwo hin, die dann nicht läuft.

00:09:12: Das lohnt sich nicht!

00:09:13: Also eine ziemlich vertragte Situation irgendwie für alle Seiten.

00:09:17: der Vorstoß des BVO beziehungsweise der Offshore-Branche liegt jetzt auf dem Tisch.

00:09:22: Für wie realistisch hältst du das, dass der Vorschlag auch so kommt?

00:09:27: Ja,

00:09:28: das ist natürlich immer eine gute Frage.

00:09:29: also die werden jetzt versuchen, dass er in das Windenergieaufsehgesetz Einzug hält.

00:09:35: Das Gefühl ist das Gesetz ein bisschen in Vergessenheit geraten, will ich nicht sagen.

00:09:39: Aber das EEG und das Netzanschlussgesetz sind irgendwie so ein bisschen höher auf der Tagesordnung.

00:09:45: im Wirtschaftsministerium habe ich den Eindruck.

00:09:48: Ich kann es nicht einschätzen wie realistisch das ist.

00:09:51: was aber auf jeden Fall auch bei der Pressekonferenz deutlich wurde ist dass im BWO selbst sehr stark um dieses Papier gerungen wurde um die Inhalte dieses Papiers.

00:10:01: also diese betroffenen Unternehmen BP mittlerweile über eine Tochtergesellschaft und Total Energies sind Mitglied im BWO.

00:10:08: Und haben dann auch an diesem Papier mitgeschrieben, und Stefan Timm, der Chef des BWOs hat immer wieder durchblicken lassen das es da doch einigen Diskussionsbedarf gegeben hat bis dieses Papier so in der wie's jetzt vorliegt, dann vorliegte im Endeffekt.

00:10:24: aber man muss sagen Versucht hier ja ein Problem zu kitten, was in den eigenen Reihen besteht und macht sozusagen bevor dieses Problem überhaupt in der Politik angekommen ist.

00:10:36: Weil das total un bp ihre Projekte womöglich gar nicht realisieren wollen.

00:10:42: Diese Information ist noch gar nicht so alt und ist ja auch eigentlich hauptsächlich über Presseberichte an die Öffentlichkeit gekommen.

00:10:50: Und jetzt versucht der BWO natürlich die Wogen zu glätten, indem er direkt mit einem Lösungsvorschlag an die Öffentlichkeit geht.

00:10:57: Das ist kommunikativ glaube ich gar nicht so schlecht gelöst.

00:11:01: aber es wirft natürlich die Frage auf was sachten eigentlich die Politik?

00:11:04: von der Politik glaube ich hatte jetzt zumindest dann noch nichts nach ausgedrungen.

00:11:08: Die hat noch gar nicht viel Möglichkeiten sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen.

00:11:12: Aber dass der Handlungsbedarf besteht, vielleicht ist es auch ein Webfehler im Windaufsee-Gesetz.

00:11:17: Aber dass diese Handlungs bedarf besteht das ist ja jetzt offensichtlich glaube ich.

00:11:21: Genau also dass es grundsätzlich Handlungs Bedarf beim Thema Offshore und Auktionen gibt hat die Politik erkannt denke ich.

00:11:28: sie hat ja auch die Auktion für zwei tausendfünfundzwanzig ausgesetzt auch weil erwartet wird für zweitausendzechsund zwanzig Ausgesetzentschuldigung Weil erwartet wurde, dass eben keine Bieter sich finden.

00:11:39: Es war ja schon in den Zweitausendfünfundzwanzig in der jüngsten Auktionsrunde der Fall, das ich eben keinen Bietar gefunden hat weil die Rahmenbedingungen einfach zu schlecht sind.

00:11:48: Okay

00:11:48: dann werden wir dieses Thema weiter verfolgen, weil es uns weiter beschäftigen wird und wir werden natürlich auch gucken wie die Politik auf den Vorschlag reagiert.

00:11:57: Vielen Dank Michael bis dahin!

00:12:01: Ich habe es gesagt Gut eingespannt diese Woche, nicht nur wir zwei beide.

00:12:06: Auch unsere Kollegin Michaela Tix, Stefanie Dierks, Ron Heinen waren mit dabei beim Energate Forum haben moderiert und daher gilt auf jeden Fall eben einen Dank an Michaela aber auch an die anderen Kolleginnen und Kollegen aus der Energate Redaktion Das Tagesgeschäft auf jeden Fall mit im Blick gehalten haben und da war doch noch das eine oder andere Thema gerade mit Blick auf das politische Berlin durchaus präsent.

00:12:33: Ich habe in aller Kürze und zwei, drei Punkte mal rausgesucht.

00:12:38: Spannend fand ich auf jeden fall.

00:12:40: es gibt ja einen ordentlichen Disput um das Gebäude Modernisierungsgesetz.

00:12:46: Das Kabinett hat das Gesetz beschlossen jetzt startet das parlamentarische Verfahren vor allem im Bundestag Und aus einer unionsnahen Organisation, nämlich der Klima-Union.

00:12:57: Das ist ein Verein, da hängt nicht direkt an einer der Parteien aber es CDU CSU nah gespickt mit Unionspolitikern und die haben sich mit einem Gutachten zu Wort gemeldet und die halten das Gebäudemodernisierungsgesetz in der aktuellen Form für wahrscheinlich verfassungswidrig Und das finde ich ist ein ordentlicher Knaller in dieser ganzen Debatte.

00:13:23: Ganz interessant!

00:13:25: Das.

00:13:26: Thomas Heilmann ist einer der Akteure in der Klimaunion, der ja das alte Gebäude-Energiegesetz auch schon mal ordentlich durchgerüttelt hatte.

00:13:36: Weil er eine Klage eingereicht hatte gegen die kurzen Anhörungsfristen und dem wurde dann tatsächlich stattgegeben und dann konnte das Gesetz damals nicht wie geplant noch vor da damaligen parlamentarischen Sommerpause umgesetzt werden sondern hat sich ordentlich verzögert.

00:13:52: Und jetzt sorgt die Klimaunion wieder für ein gewisses Aufsehen, weil sie eben sagt wir haben zwei wesentliche Probleme mit dem Gesetz.

00:14:01: Das erste ist es gibt keine Obergrenze für fossile Heizung.

00:14:05: also Es ist eben nicht ganz klar geklärt in dem Gesetz das ab zwanzigfünfhörtzig keine fossilbetriebene Heizungen mehr betrieben werden dürfen.

00:14:16: Da gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen dazu, es gibt sozusagen irgendwo im Kleingedruckten nochmal ein Verweis auf das Jahr zwanzig vierzig, dass ist nicht ganz so klar.

00:14:25: und sie gehen auch davon aus, dass die Grüngasquote, die Lücke, die das Gebäudemodernisierungsgesetz im Vergleich zum vormaligen Gebäude-Energie-Gesetz aufmacht, auch nicht schließen kann und die halten deshalb eine Klage vom Bundesverfassungsgericht gegen das Gesetz für wahrscheinlich.

00:14:41: Das ist soweit ich das jetzt mitverfolgen konnte, war es nicht die Drohung.

00:14:47: Wir klagen dagegen aber es ist möglich dass dagegen geklagt wird und das wird auf jeden Fall im parlamentarischen Verfahren glaube ich.

00:14:54: nochmal ein heißes Thema.

00:14:56: Wie würdest

00:14:56: du das denn jetzt einschätzen?

00:14:57: Es gibt ja nicht nur von der Klima Union Kritik an dem Gesetz sondern ja von sehr unterschiedlichen Playern.

00:15:04: wenn ichs richtig mitbekommen habe hat die SPD ja durchaus vehement auch schon Diskussionsbedarf gesehen.

00:15:12: Und wir kennen hier all das strucksche Gesetz, dass dieses Gesetz ja ohnehin sich nochmal verändern wird im Laufe des parlamentarischen Verfahrens.

00:15:21: Wie würdest du es einschätzen?

00:15:23: mit was für Veränderungen in welchem Umfang ist da zu rechnen?

00:15:27: Weil bisher hat Katharina Reiche da ja einen sehr klaren Kurs gefahren und dieses Gesetz auch gegen Kritik glaube ich vehement verteidigt.

00:15:37: Das ist natürlich schwer zu sagen, ich gehe nicht davon aus dass es zu einer grundsätzlichen Überarbeitung des Gesetzes geben wird.

00:15:43: Weil dieses Gesetz war für die Koalitionsverhandlungen schon so zentral und das war ganz klar der Union.

00:15:49: Es ist ein enorm wichtiges Anliegen gerade mit Blick auf die Bevölkerung in die extrem gekippte Stimmung im Land zu diesem Gesetz.

00:15:59: Der Kurs gibt, der weggeht von den alten Regelungen.

00:16:05: Von dem sixty-fünf Prozent erneuerbaren Verpflichtungsziel, das da drin steckt und hin zu einem offeneren Gesetz.

00:16:13: Das soll jetzt eben mit dieser Grüngersquote bewegt werden.

00:16:17: Ich sage mal, dieser Kritikpunkt der Klimaunion lässt sich ja im Gesetzesverfahren relativ einfach lösen indem man irgendwo das Zieldatum Klimaneutralität Ende für den Betrieb fossiler Heizung im Jahr zwanzigfünfundvierzig reinschreibt.

00:16:32: Die Klimaunion verweist eben auch auf dem Klimaschutzauftrag, der mittlerweile im Grundgesetz steht dann orientiert man sich daran und ich denke an dieser Stelle lässt sich das auf jeden Fall lösen.

00:16:44: Es ist natürlich auch schwierig generell dieses Gesetz zu bewerten weil ja der Pfad für die Grünen-Gassequote noch fehlt und er soll ja erst nachgereicht werden.

00:16:53: also es soll erst das Gesetz beschlossen werden Ja, mit einer Biotrepper.

00:16:57: Also der Verpflichtung einen Ökogas-Tarif bei dem Betrieb einer fossilen Gasheizung einzuarbeiten zu nutzen.

00:17:09: aber die Grüngersquote die die Lieferanten verpflichtet dann auch künftig grüne Gase ins Netz einzuspeisen.

00:17:14: Die kommt erst nachgereicht.

00:17:16: also da lässt das Gesetz ohnehin noch ein paar Lücken offen.

00:17:20: Ich glaube es wird Anpassung geben, weil das ist deutlich geworden.

00:17:23: Das ist auch aus Unionskreisen eben nicht nur von der Klima-Union doch durchaus ja.

00:17:28: also Anmerkungen gibt.

00:17:29: die Länder haben sich zuletzt zu Wort gemeldet könnten Gebrauch machen von einer Länderöffnungsklausel.

00:17:36: dann würde das Gesetz dann auf Landesebene wieder abgeschwächt beziehungsweise dann vielleicht sogar verschärft werden Weil dort stärkere erneuerbaren Anforderungen gelten.

00:17:46: Also ich glaube ein bisschen Bewegung wird's geben keine grundsätzliche Reform.

00:17:50: Ein anderes Thema, das gleichermaßen umstritten ist.

00:17:53: Das ist der Redispatch-Vorbehalt und da hat man auch diese Woche eine Meldung, dass die SPD klar auf Konfrontation geht und sagt, das lehnen wir ab, namentlich von Armand Zorn und Matthias Mirsch dem Fraktionsvorsitzenden und seinem Stellvertreter für den... ...für die Energietheben gesagt, also so wie dieser Redispach Vorbehalt momentan vorgesehen hat, sehen wir eine große Gefahr, den Ausbau der Neuerbahnenerginen abbremst und Investoren werden verunsichert.

00:18:24: Wir haben in der Vergangenheit schon darüber gesprochen, es geht bei dem Thema um die Synchronisierung des Erneuerbaren-Ausbaus und das Netzausbau.

00:18:32: Die erneuerbar sind schneller als das Netz.

00:18:35: Der Netzauspau dauert meistens einige Jahre länger uns anzupassen.

00:18:39: deshalb gibt es jetzt den Vorschlag dort wo Netzentpässe herrschen für zehn Jahre Entschädigungszahlung für abgeregelt erneuerbare energieanlagen auszusetzen.

00:18:52: zehn jahre das ist echt eine lange frist.

00:18:54: also das würde quasi eigentlich jetzt erstmal den status quo bis zu zehn Jahre festschreiben.

00:19:00: auch darüber greift einer frage schon mal vor.

00:19:02: an der stelle glaube ich wird sich noch was tun zehn jahren echt lang.

00:19:05: es gibt andere vorschläge die in diesem zeitraum sich etwas flexibler darstellen.

00:19:14: Wir haben in der Vergangenheit über ein anderes Modell des Beratungsunternehmens BET gesprochen, die auch in unserem Artikeln sich nochmal zu dem Thema äußern genauso wie andere Verbände Bundesverband Neue Energiewirtschaft, Bundesverbanterneuerbare Energie und auch der Bundesver Band Windenergie, der auch wieder anmerkt dass es da sicherlich bei dieser Regelung einige rechtliche Hürden gibt.

00:19:35: sie verweisen auf EU Recht.

00:19:38: Auch da könnte eine Klage drohen.

00:19:40: Ich glaube, es wird sich noch mal ein bisschen was tun auch wenn an der Stelle genauso sich das Bundeswirtschaftsministerium bisher relativ wenig gesprächsbereit gezeigt hat aber zuletzt gab es doch ein paar Andeutungen dass sich dann um etwas bewegt.

00:19:55: ich finde an dieser Diskussion durchaus beachtenswert mit welcher Vielzahl von Alternativvorschlägen die Energiewirtschaft hier sich in die Debatte einbringt.

00:20:09: Das sehen wir so nicht alle Tage, dass nicht nur Kritik geübt wird an einem Gesetzesvorhaben sondern direkt gesagt wird das lässt sich anders regeln.

00:20:17: ja und hier ist eine Idee und diese Ideen die da auf dem Tisch liegen du hast es ja genannt gestern kam meine neue dazu von einer Unternehmensinitiative die von GPJUL angeführt wird auch nochmal mit einem Vorschlag wie sich das anders regelen lässt zeigt A Das Thema ist heiß, ja aber B es ist auch wahnsinnig viel fachliche Kompetenz da die in der Lage ist mit anderen Vorschlägen nochmal den Diskussionsraum total zu erweitern.

00:20:47: Ich finde das unglaublich spannend auch zu sehen wie unterschiedlich gearbeitet wird welche Parameter verschiebbar sind und was man arbeiten kann.

00:20:58: Und ja, die Frage ist jetzt natürlich wie kommt das im politischen Raum an?

00:21:02: Wie sehr befruchtet es auch tatsächlich dann die Debatte.

00:21:06: Ich würde aber davon ausgehen dass vom Redis-Batch Vorbehalt abrücken.

00:21:11: Das würde dem Bundeswirtschaftsministerium sehr viel Schmerz bereiten.

00:21:16: Ja weil Katharina Reiche dieses Narrativ, dass wir da bei den Erneuerbaren ein Stück weit auf den Zubau, auf den Netzausbau, das wir da die Synchronisierung hinbekommen müssen.

00:21:31: Das ist ja ein zentraler Bestandteil von dem Programm mit dem sie angetreten ist.

00:21:37: also da würde es ihr sicherlich nicht leicht fallen davon abzurücken.

00:21:42: Da bin ich durchaus mal gespannt, wie sich die Debatte noch weiterentwickelt.

00:21:45: Und eine weitere energiepolitische Debatte, den ich noch kurz mitgebracht habe auf die wir ganz kurz drauf gucken sollten ist die anstehende ENWG-Novelle.

00:21:54: Es geht da im Kern um die Netzanschlussfristen für Biogasanlagen.

00:22:00: im Wirtschaftsausschuss des Bundestages und darstellen sich es ähnlich da, wie du es gerade beschrieben hast.

00:22:07: Es gibt Vorschläge aber es gibt auch sehr unterschiedliche Meinungen dazu.

00:22:11: Das Kernproblem ist eigentlich dass die NWG-Novelle es ermöglichen würde das bei Biogasanlagen die ja künftig eine deutlich größere Rolle im Energiemarkt insgesamt spielen sollen Die Netzbetreiber mit einer der Vorausschau von zehn Jahren sagen könnten, wir drehen euch den Netzanschluss ab.

00:22:34: Die Biogasbranche sagt ja dass wenn das so kommt dann können wir uns den ganzen Aufwuchs die Hoffnung, dass Biogaz-Biometan künftig eine größere Rolle im Energiemarkt spielen und kann man das irgendwie direkt vergessen damit niemand investieren.

00:22:52: und das sieht nicht nur die bioenergiebranche so auch bdw und teile der gaswirtschaft haben sich bei der anhörung im im Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Bundestag dahinter gestellt.

00:23:03: Auf der anderen Seite gibt es aber eben auch Netzbetreiber die sagen da wir legen einen klaren Pfad ein, wir wollen keine Gasnetze in größerer Fläche für die nächsten zwanzig Jahre noch betreiben.

00:23:17: dazu gehört inner city aus Hannover die sich auch in der Anhörung dort dazu geäußert haben.

00:23:22: also das ist Ganz schön umstritten ist.

00:23:26: Ich hatte schon mal darüber berichtet, dass es in der Union durchaus eine Neigung gibt den Biogasanlagen betreiberne größere Sicherheit zu geben und allen die jetzt ans Netz gehen langfristige Netzanschlusszusage über zwanzig Jahre zu machen.

00:23:42: ob es so kommt ist tatsächlich noch offen.

00:23:44: gut ruben dann lass uns doch mal auf unser Highlight der Woche gucken.

00:23:49: Ja, gerne!

00:23:50: Ein Highlight für EnerGate insgesamt.

00:23:52: Wir fanden zwei Mal im Jahr ein EnerGATE Forum einmal im Frühjahr in Essen.

00:23:57: Da geht es vor allem um die Belange der Industrie und einmal im Herbst da gucken wir auf die Energieinfrastruktur im Ganzen.

00:24:07: dieses mal das Industriethema stand im Fokus.

00:24:13: Ja, ein sehr prominenten Keynote-Speaker mit Miguel Ancrel Lopez Borrego.

00:24:19: Den CEO von Tüssen Krupp.

00:24:21: Wir haben auch am Standort von Tüssen Kruppe in Essen.

00:24:24: Da gibt es ein neues modernes Verwaltungsareal.

00:24:27: Haben wir die Veranstaltung durchgeführt und Lopez Borrego hat durchaus einige interessante Punkte mitgebracht.

00:24:37: Es ist natürlich klar, wir haben an der Schnittstelle von Industrie- und Energieversorgung gesprochen, die Stromkosten treiben?

00:24:46: Die Industrie natürlich extrem um.

00:24:50: Was hast du seiner Rede entnommen,

00:24:52: Ruben?".

00:24:53: Ja also eine ganze Menge kann man glaube ich sagen.

00:24:57: es war ein flammender Appell fand ich für den Schulterschluss zwischen Industrie und Energiewirtschaft Mit Blick auf die anstehende Industrie-Transformation.

00:25:11: Jetzt kann man sagen, das was Lopez mit Thyssen Krupp vorhat ist ja die Industrie Transformation schlechthin und er isst die personifizierte Industriertransformation.

00:25:24: von daher war er sozusagen der best geeignete Sprecher den wir zur Eröffnung dieser Konferenz haben konnten.

00:25:33: Genau, er hat im Prinzip das gesagt was wir ja auch so wahrnehmen Industrie und Energiewirtschaft.

00:25:39: Wenn das klappen soll mit der dass wir den Industriestandort erhalten kostengünstige Energie, Wettbewerbsfähigkeit und auch eine Resilienz gegenüber externe Schocks wie wir sie aktuell erleben mit dem Iran Krieg, dann müssen Industrie- und Energiewirtschaft enger zusammenrücken.

00:25:57: Und diesen Appell habe ich seiner Rede ganz klar entnommen ziemlich gut an.

00:26:03: Er hat natürlich auch einen dritten Akteur sehr deutlich mit in die Pflicht genommen, nämlich die Politik.

00:26:10: Wir können gleich darauf eingehen.

00:26:12: wir haben natürlich im Laufe des Tages viele Wege und Fahne gehört wie auch die Stromkosten für die Industrie gesenkt werden könnten.

00:26:23: dessen ungeachtet hat Lopez Borrego aber auch sehr klar gemacht wir brauchen am Ende des Tages auch politische Unterstützung Vor allem in Form eines Industriestrompreises und in anderer Form als er jetzt kommt.

00:26:37: Er hat klar gemacht, wir brauchen einen Industriesterumpreis von fünf Cent pro Kilowattstunde und hat against all-in.

00:26:44: Das heißt inklusive Abgaben, Umlagen, Netzentgelte... Das ist dann schon eine Hausnummer und vor allem hat er auch gesagt, wir brauchen ihn dauerhaft auf europäischer Ebene.

00:26:54: Ich glaube das war ne sehr klare Forderung.

00:26:57: aber er hat eben nicht nur gefordert und das fand ich auch beeindruckend vielleicht auch insgesamt bei der Veranstaltung mehrere Leuchtturmprojekte zur industriellen Decarbonisierung dort mit auf der Bühne gehabt.

00:27:12: Lopes Borrego hat sich klar zu dem Bau der Direkt-Reduktionsanlage am Stahlstandort Duisburg bekannt gesagt, damit werden wir wesentlich zur CO² Reduktion in Deutschland und Europa beitragen.

00:27:25: Und wären gleichzeitig zum größten industriellen Wasserstoffabnehmer in ganz Europa.

00:27:32: Ich habe am Montag Abend auch schon eine andere Veranstaltung moderiert bei Tüssen Gas Und da war passenderweise die Chefin von Tüssenkrupp Stil, Dr.

00:27:42: Maria Roni, die Keynote-Geberin und sie hat auch deutlich gemacht dass die Transformation für Tüßenkruppen alternativlos ist.

00:27:51: Sie hat davon gesprochen das Ziel ein enkelfähiges Geschäftsmodell sein muss.

00:27:56: Das fand ich irgendwie ein sehr schönes Zitat von irgendwie gut mitnehmen konnte und auch bei unserer Veranstaltung war er noch ein Vertreter von Salzgitter, von Salz-Gitter Flachstahl Ralf Schaber der dort den Bereich Energiewirtschaft leitet.

00:28:10: Und auch das ist ja ein Unternehmen dass schon beim Bau einer Direktreduktionsanlage für die Stahlfertigung schon weiter ist.

00:28:16: sie wollen zum Jahreswechsel dann dort schon in Betrieb gehen also bei allen schlechten Nachrichten die aus der Industrie kommen Beschwerden über die Klimapolitik sieht man trotzdem auch.

00:28:30: große Akteure gehen voran investieren und da hatten wir auf jeden Fall zwei zu Gast.

00:28:35: Wobei

00:28:36: Lobes Borrego auch klar gesagt hat, dass die Stahlindustrie da in Vorleistung geht.

00:28:42: ja also wenn man allein auf die Entwicklung des Wasserstoffmarktes schaut dann wären solche Investitionen vielleicht noch nicht ganz gerechtfertigt.

00:28:51: aber da steckt die Hoffnung dahinter das sich das alles noch entwickelt und natürlich auch das Selbstverständnis Vorreiter zu sein.

00:29:00: Da war klar der Appell, zu hören im Wasserstoffmarkt eine Entwicklung, dass da auch Wasserstoffversorgungssicherheit hergestellt wird, dass noch einige Schritte zu gehen sind.

00:29:14: Aber zwischen Krupp und sicherlich auch Salzgitter aktiv.

00:29:20: Also da gibt es eine neue Allianz auf Industrie, auf europäischer Ebene der Industrie die sich genau um solche Fragen kümmern möchte Wasserstoff aus anderen Teilen Europas aus dem Norden und aus dem Süden dort wo erneuerbarer Strom günstiger ist auch in den Industriezentren nach Deutschland zu bringen.

00:29:38: also da bewegt sich ne ganze Menge.

00:29:41: Das passt glaube ich auch ganz gut dazu.

00:29:43: Wir haben einen Eingangs gesagt, Industrie und Energiewirtschaft müssen die aktuellen Probleme Hand in Hand lösen.

00:29:50: Und ich fand es bemerkenswert dass wir doch zahlreiche Vertreter beim EnerGate Forum hatten, die gesagt haben ja diese fünf Cent pro Kilowattstunde, die López Borrego zumindest mal so als Ziel außer Korn hat... Die sind schon nicht unrealistisch!

00:30:05: Die schaffen wir Allerdings ohne die Netzkosten.

00:30:08: Ich glaube, das ist ja auch ein Faktor denn viele Akteure, die wir da hatten eben nicht beeinflussen können und zwar eher die Erzeuger, die Energiemanagement-Unternehmen, die Energiedienstleister.

00:30:21: aber ich fand es schon bemerkenswert dass sowohl Markus Hagedorn von Green Flash bei denen wir mit dem Vorabend-Event zu Gast waren als auch Jan Kniebel von Sanik Leithaus oder Nils Koenige von Maestro alle gesagt haben Wir haben so eine Entwicklung bei den erneuerbaren Energien, also fünf Cent unterunter.

00:30:37: Das schaffen wir mit Solar plus Speicher.

00:30:40: Also tatsächlich die Speicherung mit integriert ist ein realistisches Szenario kein fernes Szenario, ein nahes vielleicht sogar schon ein heute realisierbares.

00:30:50: das fand ich auf jeden Fall auch im bemerkenswerten Aspekt der zahlreichen Diskussionen, die wir auf dem Pedal hatten.

00:30:56: und zugleich war aber auch hier und da noch deutlich zu vermerken, dass Industrie- und Energiewirtschaft in vielen Punkten noch im Annäherungsprozess sind.

00:31:08: Ja das ist immer noch an einer gemeinsamen Sprache fehlt.

00:31:11: ich erinnere mich an einen Vertreter aus der Industrie mit dem ich zusammengestanden habe im Anschluss an die Breakout Session wo es um die Gasbeschaffung geht.

00:31:21: da haben wir gemeinsam mit VNG so ein Stück weit auf den aktuellen Gasmarkt geguckt und wie man in diesem Umfeld eigentlich seine Gasbeschaffung strategisch aufstellt.

00:31:31: Und im Anschluss an diese Breakout-Session standen wir zusammen, und er meinte, er müsste jetzt erstmal gucken was die ganzen Abkürzungen bedeuten, die dort auf den Folien abgebildet waren womit die Energiewirtschaft tagtäglich ganz selbstverständlich umgeht.

00:31:48: aber für die Industrie sind viele dieser Fachbegriffe noch längst nicht so selbstverständliche wie vielleicht für uns.

00:31:54: Ja, eine lustige Anekdote.

00:31:56: Roben-Erklärungsbedürftig ist sicherlich auch noch die Idee der Flexibilisierung bei der Industrie.

00:32:02: Ich glaube das ist auch deutlich geworden in einem der Panels.

00:32:05: da hatte Julia Metz, Direktorin von Agora Industrie am Anfang deutlich gemacht es gibt Potenziale zur Flexibilisierung.

00:32:12: auch in der Industie hat aufgezeigt, dass eine Stromkostensenkung von bis zu zwanzig Prozent möglich sein könnte.

00:32:19: Aber auf der Bühne hatten wir dann Vertreterinnen und Vertretern der Industrie die gesagt haben war aber bei uns ist es extrem schwierig zum Beispiel in einer Glasindustrie.

00:32:28: da hat Christiane Nelles vom Bundesverband der Glasindustrie deutlich gemacht das bei den Glas Produktionsprozessen Flexibilisierung nicht möglich ist.

00:32:39: Auch kommt so gesagt, unsere Unternehmen bemühen sich.

00:32:42: Es gibt Ambitionen damals zu tun aber es geht halt nicht um den Kernprozess sondern eher dann eben um Nebenprozesse.

00:32:50: Aber der Kernprozess der Glasindustrie ist schlichtweg nicht flexibel.

00:32:55: Sie hat sich auch als regelmäßige Hörerin des Podcasts geoutet.

00:32:59: das freut uns natürlich sehr und wir hatten auch Ulrich Gertens von Europis da für den Kupferproduzenten das Gleiche gesagt hat.

00:33:08: also sind keine Flexibilisierung Potenziale da.

00:33:12: Deshalb gucken die natürlich auch ganz kritisch auf das, was gerade bei der Bundesnetzagentur in Bonn passiert – wo das bisherige sogenannte Bandlastprivileg, dass die gleichmäßige Stromabnahme der Industrieunternehmen bei den Netzentgelten belohnt, das will die Bundesnetzergentur abschaffen und stattdessen stärker die Dynamisierung fördern.

00:33:37: Ja, da gibt es auf jeden Fall noch einige Diskussionen.

00:33:41: Die gibt's auch beim Thema Netzanschlüsse.

00:33:43: Auch dazu hat man einen Panel – das ist natürlich für die Industrie eine große Herausforderung so wie die Netzkosten insgesamt.

00:33:50: aber da waren Vertreter der Bundesnetzagentur und es ging darum sollten netzanschlussbegehren in der Industrie vorrangig behandelt werden.

00:33:59: Wir haben über das Thema Kontingentierung dort gesprochen.

00:34:02: also gibt es gewisse Netzanschlusskapazitäten, die für die Industrie quasi vorreserviert sind.

00:34:11: Ja da wird allgemein darüber gesprochen.

00:34:13: auch das sind Prozesse, die gerade momentan in Bewegung sind und natürlich die Industrieschwer beschäftigen.

00:34:20: In dem Kontext durchaus bemerkenswert.

00:34:22: wir hatten jemanden auf der Bühne von einer Zinkhütte zink mit Kuh am Ende Die Herr Robert Hauke war das der davon berichten könnte dass Dekarbonisierung Projekte, die also auf die Elektrifizierung von Industrieprozessen abzielen.

00:34:41: Durchaus daran scheitern können dass der Netzanschluss nicht da ist beziehungsweise zu teuer ist wenn noch eine zusätzliche Netzanslußgebühr ein Baukostenzuschuss erhoben wird.

00:34:53: Ja, also das muss uns glaube ich industriepolitisch zu denken geben.

00:34:56: Wir wissen auch dass es nicht zwingend ein Einzelfall gibt es solche Fälle hier und da.

00:35:01: Also da ist auf jeden Fall auch ein Thema was wir sozusagen aus der energiewirtschaftlichen Perspektive-Netzanschlüsse häufig im Zusammenhang mit Speichern diskutieren.

00:35:12: aber auch die Industrie hat dadurch auch so ein Thema.

00:35:15: Aber

00:35:15: auch positive Beispiele waren auch dabei.

00:35:21: Bochum, ein Metallverarbeitungsunternehmen.

00:35:24: Auch einen Vertreter von ADAC, einem Glasproduzenten die gesagt haben ja wir haben einfach mal gemacht.

00:35:30: also bei denen ging es vor allem um Wasserstoffprojekte die sie realisiert haben bei der Veranstaltung die ich am Montag schon moderiert hatte.

00:35:37: Wir haben zwei Vertretern des Projekts H-IIHS und Wasserstoff Projekt in Heinzberg vorgestellt wo wirklich Mittelständler einfach sagen bei allen Diskussionen die es natürlich gibt dies berechtigterweise gibt.

00:35:49: Und das fand ich auf jeden Fall auch sehr bemerkenswert, irgendwie auch motivierend inspirierend.

00:35:57: Dass man die Dinge einfach mal durchsetzen kann statt immer ewig darüber zu diskutieren wird.

00:36:02: noch zwei Breakout Sessions im Laufe des Tages.

00:36:05: Ich habe eine verfolgt von Alexander Lück von der VNG AG und er hat sehr deutlich gemacht dann sind wir wieder bei den schwierigen Themen die Entwicklung der Gaspreise in den Gasmarkten momentan überhaupt nicht mehr kalkulierbar ist.

00:36:20: Der Iran-Krieg ist natürlich der wesentliche Einflussfaktor an der Stelle, klar, die steigenden Gaspreis waren ohnehin an mehreren Stellen Thema beim Forum und Alexander Lück hat es sehr deutlich gemacht.

00:36:33: also die Risiken bleiben.

00:36:35: sie sind selbst für unsere Experten bei der VNG nicht vorhersagbar hat er gesagt.

00:36:39: das fand ich durchaus auch Ein Hingucker oder ein Hinhörer.

00:36:43: und dazu kommt noch die ganze Thematik der Speicherbefüllung, die unsicher ist.

00:36:48: Weil wir aktuell hohe Preise haben, die überhaupt gar keinen Anreiz setzen jetzt bei den warmen Temperaturen, die Gasspeicher zu befüllen.

00:36:56: Und er hat gesagt ja mein Rat was kann ich dem Unternehmen sagen?

00:37:00: Die sollen vor allem vorausschauenden Einkaufplan und professionellem Portfoliomanagement verbunden ja eben langfristige und strukturierte Einkaufsstrategie sich wählen.

00:37:13: Und an der festhalten, egal was passiert nicht auf irgendwelche kurzfristigen Schwankungen reagieren weil die Gefahr ist größer dass man sich dann verzettelt.

00:37:21: also einmal einen Plan machen und dann durchziehen rum du hast eine zweite breakout session mit incentive gehört.

00:37:27: warum ging es da?

00:37:27: Ja genau also incentive und flexpower war auch noch mit an Bord.

00:37:32: Da haben wir das Thema Flexibilisierung nochmal vertieft Und da ist sehr deutlich geworden, dass auch wenn die Industrie an der Stelle gelegentlich noch Schwierigkeiten hat sich dem Thema anzunähern.

00:37:47: Können wir flexibilisieren?

00:37:49: Wie können wir flexabilisieren?

00:37:50: das deutlich geworden.

00:37:51: es gibt Fälle wo Flexibilisierung jetzt schon funktioniert.

00:37:55: Das passiert natürlich nicht in den Kernprozessen sondern in Randprozesse sie sich zeitlich besser verschieben lassen thermische Prozesse Kühlung, natürlich auch alles was ohnehin mit verschiebbaren Lasten zu tun hat und da gibt es gab es wahnsinnig viele interessante Case Studies wie so etwas funktionieren kann.

00:38:17: Man muss sagen es ist natürlich nicht einfach.

00:38:20: es ist ein bisschen Aufwand verbunden gerade mit digitaler Technik und KI aber Da kann man was machen und es lohnt sich dann wirtschaftlich auch, weil man natürlich von Markt-Opportunitäten funktionieren kann.

00:38:34: Wahnsinnig spannend aber wie gesagt auch komplex.

00:38:37: Aber ich glaube das kam gut an!

00:38:39: Auf jeden Fall ein Pickle-Packen volles Programm.

00:38:41: Auch eine volle Ausgabe, bisschen länger als sonst.

00:38:44: Wir wollten natürlich auch ein bisschen von unserer eigenen Veranstaltung berichten.

00:38:47: Wir machen das zweimal im Jahr ist für uns natürlich ein Highlight.

00:38:50: Vielen Dank Roben, dass du uns da auch deine Einblicke dazu gegeben hast.

00:38:55: Und vielen dank Michael, dass Du das bei warst!

00:38:57: Das erste Mal mit Deiner Stimme im Podcast gerne wieder und wir bedanken uns für's Zuhören wünschen ein schönes erholsammes langes sonniges Pfingstwochenende.

00:39:10: es ist sehr davon auszugehen, dass wir danach über die Strompreise zu reden haben und nicht über hohe Strompreisen sondern über extrem niedrige Negativpreise.

00:39:18: Bei der Sonnenankündigung über die Pfingstfeiertage ist das schon klar erwartbar.

00:39:24: Mal gucken, da werden wir dann in der kommenden Woche drüber reden.

00:39:27: bis dahin alles Gute und tschüss!

00:39:31: Das war irgendwas mit Energie – Der EnerGate Podcast.

00:39:35: Tägliche Infos zur Energiewende liefern wir auf www.energate-messenger.de.

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